Herbstzeit ist Vata-Zeit: Ayurveda und Anxiety

„Ayurveda“ bedeutet übersetzt soviel wie das „Wissen vom Leben“. Es handelt sich hierbei um eine traditionelle indische Heilphilosophie, welche von drei verschiedeneN Konstitutionstypen, genannt „Doshas“ ausgeht: Pitta, Vata und Kapha. Alle drei Konstitutionen haben verschiedene Eigenschaften: Jedem Menschen wird eine individuelle Grundkonstitution zugeschrieben. Obwohl es ganz normal ist, dass nicht jeder Mensch genau die gleichen Anteile Pitta, Vata und Kapha in sich trägt, kann aufgrund von äußerer Einflüsse das individuelle Gleichgewicht der individuellen Grundkonstitution verloren gehen. Wo ein Ungleichgewicht der Doshas besteht, entstehen laut ayurvedischer Tradition Krankheiten und Störungen.

Pitta, Vata und Kapha werden mit den verschiedenen Elementen assoziiert: Pitta steht für Feuer (und Wasser), Vata für Luft (und Äther) und Kapha für Erde (und Wasser). In der kalten Jahreszeit dominiert aus ayurvedischer Sicht das Vata-Prinzip (Luft und Äther). Das Gleichgewicht der Doshas kann durcheinander geraten: Wer zuviel Vata in sich trägt, braucht also Erdung, sowie die Elemente Wasser und Feuer, um dies auszubalancieren.

Das Vata-Dosha ist das Prinzip der Bewegung und bestimmt viele Prozesse im Körper, die mit Austausch in Verbindung stehen: Atmung, Verdauung – Stoffwechsel im Allgemeinen, aber auch dem Nervensystem und unseren Gedanken. Seine Qualitäten sind trocken, luftig, kalt und rau.Das ist auch der Grund, weshalb der Herbst (vor allem im November, wenn die Sonne seltener rauskommt) als Vatazeit gilt: Er ist windig und kalt, bringt ebendiese Qualitäten in die Welt und verstärkt so die Vata-Eigenschaften in der Natur und den Menschen.

Wenn ein Überschuss von Vata ensteht, können Innere Unruhe, Schlafstörungen, Depressionen, Nervosität und diffuse Ängste die Folge sein.

Insbesondere im Herbst sollten wir aus ayurvedischer Sicht also darauf achten, Vata zu reduzieren. Vata im Gleichgewicht hat nämlich viele tolle Eigenschaften: Wir finden zu Kreativität, Lebensfreude und Klarheit – sind dabei dennoch geerdet und ausgeglichen.

Im Folgenden gebe ich euch ein paar einfache Tipps, wie ihr Vata im Alltag ein wenig dämpfen könnt.

1. Wärme, Wärme, Wärme

(Element Feuer)

  • Warme Getränke. Vielleicht eine Thermoskanne mit Tee in die Uni nehmen, anstatt die Flasche mit kaltem Wasser aufzufüllen. Auf zuviel Koffein verzichten: Auch Koffein verstärkt Vata, denn es unterstreicht das Bewegungsprinzip. Ersetze den Kaffee vielleicht mit einer Goldenen Milch. Wenn du nicht auf Kaffee verzichten kannst: Misch dein Kaffeepulver vielleicht 1:1 mit entkoffeiniertem Kaffee! Das hilft weniger Koffein zu konsumieren, ohne zu verzichten.
  • Warme Speisen. Salate und Rohkost sind gesund – unterstreichen Vata jedoch eher. Statt Müsli zum Frühstück, wäre warmes Porridge mit Zimt und Nüssen die Vata dämpfende Alternative. Gekochte Hauptmahlzeiten wie Eintöpfe oder Suppen sind ebenfalls besser geeignet Vata zu begegnen, als rohe oder kalte Speisen. Die Geschmacksrichtungen süß und salzig sind sehr gut geeignet, luftiges Vata zu erden. Bittere Speisen solltest du eher vermeiden.
  • Warme Kleidung, Warmes Bett, EINFACH ALLES WARM! Halte vor allem deine Nieren und Ohren warm und schaue, wo du vielleicht zusätzlich Wärme in deinen Alltag bringen kannst. Eine Wärmflasche kann sehr wohltuend auf Vata-Überschuss wirken.

2. Feuchtigkeit 

(Element Wasser)

  • Trockene Haut (z.B. an den Wangen, Kopfhaut, Ellenbogen oder Schienbeinen) und spröde Lippen und Nägel sind ein typisches Zeichen von zuviel Vata im Herbst. Selbst wenn du im Frühjahr oder Sommer vielleicht keine Creme benötigst, kann es sein, dass das in der kalten Jahreszeit anders aussieht. Nimm‘ dir einfach ein wenig mehr Zeit für deine Pflege.
  • Suppen und Eintöpfe sind besser geeignet um Vata zu dämpfen, als trockene Lebensmittel.
  • Eine Schale Wasser auf der Heizung oder ein Luftbefeuchter, können die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen.

3. Regelmäßigkeit und Entschleunigung 

(Element Erde)

  • Vata braucht Routine und Regelmäßigkeit. Reisen und Spontanität können es aus dem Gleichgewicht bringen. Manchmal können wir nichts daran ändern, dass das Leben nicht ganz regelmäßig läuft: Wir arbeiten in Schichten, werden krank oder haben wichtige Projekte abzuschließen. Versuche dennoch kleine Routinen in deinen Alltag zu integrieren, möglichst keine Mahlzeiten auszulassen und – wenn möglich – regelmäßig zu schlafen.
  • Versuche Multitasking zu vermeiden , eine Sache nach der anderen zu erledigen und alles ein wenig langsamer angehen zu lassen.
  • Yoga und Meditation können helfen, mehr Erdung und Ausgeglichenheit in deinen Alltag zu bringen. Eine regelmäßige Praxis, langsamere und achstame Flows können in der kalten Jahreszeit Gold wert sein!

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